Wasserqualität

Härtegrad

Wasser wird in der Schweiz in 6 Härtestufen eingeteilt und in französischen Härtegraden (ºfH) angegeben. Das Trinkwasser in Brugg weist einen Härtegradbereich zwischen 25 – 32°fH auf und entspricht damit der Härtestufe «ziemlich hartes Wasser».

Unter dem nachfolgenden link erhalten Sie neben der Härteskala wertvolle Informationen zum Thema «Tipps zu Kalkablagerungen» und zur richtigen Waschmitteldosierung: Informationen von SVGW

 

Nitrat

Nitrat ist ein Indikator, wie stark das Trinkwasser durch die Landwirtschaft beeinflusst wird. Aus diesen Gründen wird das Trinkwasser engmaschig auf Nitrateinträge kontrolliert. Der Höchstwert liegt bei 40mg/l und wird durch die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) des Bundes vorgegeben.

In der Gewässerschutzverordnung (GSchV) des Bundes werden zusätzliche Anforderungen betreffend Nitrat im Grundwasser, welches als Trinkwasser genutzt wird, gestellt. Hier gilt ein Wert (Qualitätsziel) von 25 mg/l. Die IBB Energie hat technische und betriebliche Vorkehrungen getroffen, damit das Qualitätsziel eingehalten werden kann.

Grössenvergleich: Milligramm, Mikrogramm oder Gramm pro Liter? Die Masse für Kleinstkonzentrationen von Stoffen im Wasser sind schwierig vorstellbar. Dieses Video erklärt der Grössenvergleich bestens:

Offizielle Erklärung zur Thematik Chlorothalonil

Der vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen festgelegte Grenzwert für Abbauprodukte aus Chlorothalonil beträgt 0.1 Millionstel Gramm pro Liter Trinkwasser (0.1 Mikrogramm pro Liter = 0.1 µg/L). Der Höchstwert der mikrobiologischen Anforderungen an Trinkwasser, Summe aller Pestizide, liegt bei 0.5 µg/L. Es sind insbesondere die zwei Metaboliten R 417888 (Chlorothalonil-Sulfonsäure) und R471811, welche geprüft werden müssen. (BLV)

 

Metabolit R417888 (Chlorothalonil-Sulfonsäure)

Sämtliches Trinkwasser, das ins Netz der Wasserversorgung Brugg eingespiesen wird, unterschreitet den Grenzwert von 0.1 µg/L. An den aufgeführten Objekten konnten folgende Konzentrationen gemessen werden:

  • Grundwasserpumpwerk Vorhard: 0.07 µg/L,
  • Grundwasserpumpwerk Badschachen: 0.03 µg/L
  • Sämtliche Quellen Bruderhaus, Mühleweiher, Kirchsteig und weitere: 0.020 µg/L

 

Metabolit R471811

Der Metabolit R471811 ist von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) auf seine toxikologischen Eigenschaften beurteilt worden. Basierend auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen gilt er zwar als relevant, aber nicht als krebserregend. Gemäss Mitteilung des BLV besteht keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung aufgrund dieses Chlorothalonil-Metaboliten.

Irina Nüesch, Leiterin Sektion Trink- und Badewasser, Amt für Verbraucherschutz (AVS) Kanton Aargau, beurteilt die aktuelle Situation: «Wir gehen aufgrund erster Untersuchungsergebnisse davon aus, dass rund zwei Drittel der Trinkwasserversorgungen im Kanton Aarau erhöhte Rückstandswerte, d.h. >0.1 µg/l, beim Metaboliten R471811 aufweisen. Trotz des zu erwartenden häufigen Nachweises in einer Konzentration über dem Höchstwert, bleibt das Aargauer Trinkwasser ein sicheres Lebensmittel. Es kann weiterhin ohne Einschränkungen konsumiert werden».

In der Wasserversorgung Brugg konnten an den aufgeführten Objekten folgende Konzentrationen gemessen werden:

  • Grundwasserpumpwerk Vorhard: 0.42 µg/L,
  • Grundwasserpumpwerk Badschachen: 0.22 µg/L
  • Sämtliche Quellen Bruderhaus, Mühleweiher, Kirchsteig und weitere: <0.030 µg/L

Die beiden Grundwasserpumpwerke weisen eine Grenzwertüberschreitung auf. Die Fachwelt geht, aufgrund des kürzlich erfolgten Einsatzverbots von Chlorothalonil in der Landwirtschaft, von einem über die Jahre ausgehenden Abbau der Konzentrationen im Boden. Ein Monitoring zum Verlauf der Konzentration wird aktuell aufgebaut. Mögliche Massnahmen können erst bei Vorliegen einer genügend stabilen Datengrundlage geplant werden.

Unbedenklichkeit: Da der Metabolit R471811 als nicht krebserregend eingestuft wird, kann das Trinkwasser jederzeit ohne Bedenken konsumiert werden.

Die Werte aus den Proben von allen wesentlichen Quellen liegen unter dem Höchstwert: Bruderhaus 0.020 Mikrogramm pro Liter, Mühliweier 0.026 Mikrogramm pro Liter, Reiner Quelle / Brunnen Lauffohr 0.028 Mikrogramm pro Liter.

Die Entnahmen aus den Grundwasserpumpwerken Bad Schachen (0.22 Mikrogramm pro Liter) und Vorhard (0.42 Mikrogramm pro Liter) überschreiten den Höchstwert des Metaboliten R471811.

Diese Werte wurden mit dem AVS besprochen und das weitere Vorgehen miteinander vereinbart. Es wird ein Monitoring zum Verlauf der Konzentration aufgebaut. Dazu werden zusätzliche Messungen pro Jahr ausgeführt. Mit dem Verbot von Chlorothalonil dürfte die Belastung im Boden zurückgehen. Parallel werden andere Massnahmen geprüft, um die Senkung zusätzlich zu beschleunigen. Diese werden bei Bedarf in Absprache mit dem AVS umgesetzt.